ABSTRACTS
 
PROF. DR. PETER BADER, FRANKFURT AM MAIN
Prof. Dr. med. Peter Bader studierte an der Eberhard-Karls Universität in Tübingen Medizin und wurde am 01.10.2004 auf die Universitätsprofessur (C3) für pädiatrische Stammzelltransplantation berufen. Mit dieser Berufung ist die Leitung des Schwerpunktes Stammzelltransplantation und Immunologie an der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin (Direktor Prof. Dr. Klingebiel) verbunden, deren stellvertretender Direktor er ebenfalls ist.
Am Schwerpunkt Stammzelltransplantation und Immunologie werden jährlich ca. 50 Stammzelltransplantationen bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit bösartigen und nicht bösartigen Erkrankungen durchgeführt. Damit zählt es zu den größten pädiatrischen Transplantationszentren in Deutschland.
Von 2014-2018 war Prof. Bader Vorsitzender der Pediatric Diseases Working Party (PDWP) of the European Group for Blood and Marrow Transplantation (EBMT). Er war Co-Präsident des diesjährigen Jahrestreffens der EBMT in Frankfurt.
Sein Forschungsschwerpunkt liegt auf der Rezidivfrüherkennung und Prävention nach allogener Stammzelltransplantation mit molekularbiologischen Verfahren sowie der Entwicklung und Anwendung innovativer Zelltherapieverfahren.
PROF. DR. CLAUDIA BALDUS, KIEL
Frau Prof. Baldus hat ihre klinische Ausbildung in der Abteilung für Hämatologie/Onkologie/Transfusionsmedizin am Universitätsklinikum Benjamin Franklin in Berlin begonnen. Als Stipendiatin der Dr. Mildred Scheel Stiftung konnte sie eine 2.5-jährige Postdoc Zeit an der Ohio State University (Columbus Ohio) im Human Cancer Genetics Program erfolgreich absolvieren. Zurück in Berlin hat sie ihre klinische Ausbildung in der Hämatologie/Onkologie fortgesetzt und zeitgleich eine Max-Eder Nachwuchsgruppe (gefördert durch die Deutsche Krebshilfe) etabliert. 2011 wurde sie auf die W3- Professur für Molekulare Leukämieforschung gefördert durch die Mildred Scheel Stiftung berufen und hat dieses translationale Forschungsgebiet an der Charité fest etabliert. Im Anschluss an ihre Funktion als stellvertretende Klinikleiterin und kommissarische Direktorin der Klinik für Hämatologie/Onkologie/Tumorimmunologie am Campus Benjamin Franklin der Charité, wurde sie im Sommer 2018 auf den Lehrstuhl für Hämatologie und Onkologie am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein Campus Kiel berufen.
PROF. DR. MICHAEL BAUMANN, HEIDELBERG
Prof. Michael Baumann ist Vorsitzender und wissenschaftlicher Direktor des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) in Heidelberg und Sprecher des Deutschen Krebskonsortiums (DKTK). Außerdem ist er Professor für Radioonkologie an der Universität Dresden (Deutschland).

Seine wissenschaftlichen Schwerpunkte liegen in der Entwicklung der individualisierten biologischen Radioonkologie, der Hochpräzisions-/Protonentherapie und der Behandlung von Lungen-, Kopf- und Halstumoren.

Michael Baumann absolvierte 1988 sein Medizinstudium an der Universität Hamburg. Bis Ende 1989 war er Postdoc am Massachussetts General Hospital der Harvard Medical School in Boston, USA. Nach einer Ausbildung zum Strahlentherapeuten habilitierte er 1994 in Hamburg. 1995 wechselte er an die Medizinische Fakultät Carl Gustav Carus in Dresden als Leiter der experimentellen Strahlentherapie. Michael Baumann war Gründungsdirektor des University Cancer Center (UCC), 2003 in Dresden. 2004 gründete Michael Baumann das Nationale Zentrum für Strahlenforschung in der Onkologie "OncoRay" in Dresden, um bis 2016 die Integration neuer biologischer Erkenntnisse mit modernen Technologien in der Strahlentherapie zu erforschen. Von 2010 bis 2016 war er zudem Direktor für Strahlentherapie und Radioonkologie am Universitätsklinikum Dresden und Direktor des Instituts für Radioonkologie am Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf. Seit November 2016 ist Michael Baumann Vorsitzender und Wissenschaftlicher Direktor DKFZ in Heidelberg sowie Vorsitzender und Sprecher des Lenkungsausschusses des DKTK.

Michael Baumann hat mehr als 350 wissenschaftliche Artikel in medizinischen Fachzeitschriften veröffentlicht. Er ist Chefredakteur der international führenden Zeitschrift für Radioonkologie „Radiotherapy and Oncology“. Im Jahr 2004 wurde Michael Baumann zum Mitglied der Leopoldina National Academy of Science gewählt. Er erhielt zahlreiche akademische Auszeichnungen, darunter den Gerhard-Hess-Preis (DFG 1997), den Michael-Fry-Preis der American Radiation Research Association (2002), die Regaud-Goldmedaille der European Society of Radiotherapy and Oncology Oncologists (2012) und die Röntgenplakette der Stadt Remscheidt (2016), den Deutschen Krebspreis für translationale Forschung der Deutschen Krebsgesellschaft (2018), die Janeway-Medaille der American Radium Society (2018) und Alfred-Breit-Preis der Deutschen Gesellschaft für Radioonkologie (2018).
Michael Bauman war Präsident der European Society of Radiotherapy and Oncology (ESTRO), der European Cancer Society (ECCO) und der Deutschen Gesellschaft für Strahlentherapie (DEGRO).

DR. ALBERT BEYER, ALTÖTTING
Dr. Albert Beyer (geb. am 03.05.1967 in München) hat nach Abschluss seines Medizinstudiums und Promotion 1995 eine siebenjährige klinische Weiterbildung im Bereich der Gastroenterologie und medikamentösen Tumortherapie im Universitätsklinikum Augsburg absolviert und diese mit den Subspezialisierungen “Innere Medizin” und “Gastroenterologie” 2002 abgeschlossen.
Seit 2002 ist er niedergelassener Magen-Darm-Arzt in Einzelpraxis in Altötting. Seine klinischen und wissenschaftlichen Schwerpunkte liegen in der Prävention und Diagnostik von Erkrankungen der Verdauungsorgane und der Leber, in der diagnostischen und therapeutischen Endoskopie sowie in der onkologischen Therapie von Tumoren des Magen-Darm-Trakts.
Der Vorsorgekoloskopie, der endoskopischen Früherkennung und der tumorspezifischen Therapie onkologischer Erkrankungen des gesamten Verdauungstraktes kommt damit auch im Rahmen der Praxistätigkeit ein besonderer Stellenwert zu.

Seit 2013 ist Dr. Beyer im Bundesvorstand der Magen-Darm-Ärzte tätig und vertritt den Verband seit 2017 als erster Vorsitzender.
PROF. DR. DAVID BONEKAMP, HEIDELBERG
Prof. Dr. med. David Bonekamp ist Leitender Oberarzt der Abteilung für Radiologie am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) und Sektionsleiter für urologische Bildgebung. Er absolvierte ein Forschungsstipendium am Karolinska Institut in Stockholm und eine Postdoctoral Fellowship an der Johns Hopkins Universität in Baltimore, bevor er nach einer einjährigen Tätigkeit in der Inneren Medizin seine Residency in der diagnostischen Radiologie an der Johns Hopkins Universität mit dem amerikanischen Facharzt abschloss. Nach klinischen Fellowships in Body Imaging und Neuroradiology erwarb er den deutschen Facharzt für diagnostische Radiologie und die Zusatzbezeichnung Neuroradiologie während seiner Tätigkeit in der Abteilung für Neuroradiologie des Universitätsklinikums Heidelberg. Seit vielen Jahren ist er in der bildgebenden Forschung aktiv und verfolgt in den letzten Jahren schwerpunktmäßig Weiterentwicklungen in der Bildgebung des Prostatakarzinoms, der onkologischen Radiologie und der künstlichen Intelligenz in der Bildgebung. Dabei stehen klassische maschinelle Lernverfahren, Radiomics und Deep Learning im Vordergrund.

Abstract seines Vortrags:
Die Früherkennung des Prostatakarzinoms ist in den letzten Jahren durch den Einsatz der Magnetresonanztomographie zur Lokalisation suspekter Herde vor gezielter Biopsie revolutioniert worden. Deutlich verbesserte Detektionsraten konnten bereits in mehreren Studien gezeigt werden und neuere evidenzbasierte Studien haben auf höchstem wissenschaftlichem Niveau einen Vorteil des neuen Vorgehens gegenüber den klassischen systematischen Biopsien aufgezeigt. Gleichzeitig entwickelt sich das PI-RADS System weiter, welches die radiologische Interpretation standardisiert und damit einen wichtigen Schritt in Richtung einer kohärenten und flächendeckenden Versorgung mit hochqualitativer Prostatabildgebung darstellt. Derzeit noch vornehmlich im Bereich der Forschung angesiedelte computerbasierte Detektionsverfahren zur Unterstützung und weiteren Standardisierung der radiologischen Interpretation sind zumeist vielversprechend. Gerade mit den neueren Verfahren der Radiomics gekoppelt mit klassischen maschinellen Lernverfahren, aber auch dem Deep Learning unter Einsatz künstlicher neuronaler Netze scheinen in den nächsten Jahren wesentliche Durchbrüche in Richtung einer weiteren Verbesserung der Frühdiagnostik des Prostatakarzinoms möglich.
PROF. DR. PETER BORCHMANN, KÖLN
Professor Borchmann studierte von 1988-1995 Humanmedizinan der Universität Köln, wo er 1996 promovierte. Seit 1995 ist er an der Klinik I für Innere Medizin der Universität zu Köln beschäftigt. Prof. Borchmann ist Facharzt für Innere Medizin, Hämatologie und Internistische Onkologie (2004) mit der Zusatzbezeichnung Palliativmedizin. Seit 2006 ist er Oberarzt der Klinik I für Innere Medizin. Er leitet den klinischen Schwerpunkt maligne Lymphome der Klinik I für Innere Medizin und vertritt die Klinik in den akademischen, nationalen Studiengruppen (GLA, DSHNHL, GLSG). Er ist Co-Chairman der Deutschen Hodgkin Studiengruppe (DHSG), sowie Mitglied nationaler (DGHO) und internationaler Fachverbände (EHA, ASH).

Seine Forschungsschwerpunkte innerhalb der Uniklinik beinhalten die Entwicklung zellulärer und humoraler Immuntherapien für Lymphome, sowie die rezidivierten / refraktären B-Zell Lymphome.

Abstract seines Vortrags:
CAR-T-Zelltherapie: Science-Fiction comes reality – Herausforderungen und Chancen für Arzt, Patient und Gesellschaft
Die T-Zellen als Teil der adaptiven zellulären Immunantwort sind äußerst wirksame Effektorzellen zur Abwehr körperfremder Organismen. Auch Krebszellen können grundsätzlich durch T-Zellen effektiv vernichtet werden. Dieser Prozess kann bei einer Krebserkrankung durch verschiedene Mechanismen gestört, so dass der Krebs trotzdem wächst. An dieser Stelle setzt die CAR T-Zell Therapie an. Der T-Zell Rezeptor wird gentechnisch so zu dem chimären Antigenrezeptor (CAR) modifiziert, dass diese T-Zellen ein definiertes Tumor-Antigen erkennen, binden und schließlich töten kann.

Dass dieses neue Therapieprinzip nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch Krebspatienten heilen kann, wurde 2012 eindrucksvoll mit der ersten behandelten Patientin in Philadelphia durch Carl June und seine Arbeitsgruppe gezeigt. Emily Whitehead litt im Alter von sieben Jahre an einer Therapie-refraktären B-ALL (akute lymphatische Leukämie der B-Zell Reihe) und wurde mit gegen das CD19 Antigen gerichteten CAR T-Zellen behandelt. Sie und erreichte innerhalb weniger Tage eine komplette Remission und ist seitdem Leukämie-frei. Eine Phase II Studie bei Kindern und Jugendlichen mit B-ALL bestätigte die außergewöhnliche Wirksamkeit dieser neuen Therapie und führte zur ersten Zulassung gentechnischer modifizierter T-Zellen weltweit. Das erhoffte Potential dieser neuen Therapieform hatte somit sich gezeigt und ihre Entwicklung nimmt seitdem exponentiell zu, obwohl sie sehr komplex ist. Neben dem Design der aktivierenden Domänen des chimären Rezeptors ist auch die bindende Domäne und das Zielantigen wichtig für Effektivität und Persistenz der CAR T-Zellen. Zusätzlich hat die Qualität der T-Zellen des Patienten, die in den Produktionsprozess hineingehen, Einfluss auf das CAR T-Zell Produkt, sowie der Prozess der Selektion der T-Zellen, der Transduktion dieser Zellen mit der genetischen Information für den chimären Rezeptor, sowie der Expansion der transduzierten Zellen in vitro. Schließlich geschieht dies alles in einem komplexen regulatorischen Umfeld, da sowohl für die Zelltherapie als auch für die Gentherapie Gesetze und Verordnungen beachtet werden müssen, die in der klassischen Arzneimittelentwicklung keine Rolle spielen. Diese äußeren Faktoren unterscheiden sich in verschiedenen Ländern, was neben anderen Faktoren sicher auch dazu beigetragen hat, dass europäische Entwicklungen bisher keine Rolle spielen. Die aktuell zugelassenen Produkte wurden beide aus den USA heraus entwickelt und bei den aktuell laufenden klinischen Studien ist der Anteil Europas oder gar Deutschlands im Vergleich zu den USA oder China sehr gering.

Für die Behandlung von Erwachsenen sind aktuell mit Tisagenlecleucel (Handelsname Kmyriah) und Axicabtagene Ciloleucel (Handelsname Yescarta) zwei Produkte zugelassen. Beide richten sich gegen das CD19 auf B-Zellen und beide sind für die Therapie des diffusen großzelligen aggressiven B-Zell Lymphoms (DLBCL) nach zumindest zwei systemischen Vortherapien zugelassen. In beiden Zulassungsstudien wurden in einem jeweils sehr schwierigen Patientenkollektiv eine komplette Remissionsrate von etwa 40% erreicht. Das liegt weit über der Rate, die mit einer konventionellen genotoxischen Therapie erreicht hätte werden können (< 10%). Vor allem aber wurden in beiden Studien bei einem relevanten Teil der Patienten für die Beobachtungsdauer von 2 Jahren stabile Remission beobachtet. Es besteht somit auch in dieser sehr schwierigen Situation die Hoffnung, dass Patienten durch CAR T-Zellen geheilt werden könnten. Allerdings kann die Expansion der CAR T-Zellen in vivo mit einem Zytokinsturm (cytokine release syndrome, CRS) einhergehen, der die sofortige Überwachung und Behandlung dieser Patienten auf einer Intensivstation erforderlich macht. Schweres CRS tritt durchaus häufig auf, d.h. in etwa einem Viertel aller behandelten Patienten. Neben dem Zytokinsturm kann es auch zu zentralnervösen Nebenwirkungen kommen, die schlimmstenfalls in einem Hirnödem resultieren und tödlich verlaufen können. Das Nebenwirkungsprofil unterscheidet sich somit deutlich von den bekannten Nebenwirkungen einer Chemo- oder Zelltherapie.

Hierin liegt auch eine sehr wichtige Herausforderung für die behandelnden Ärzte, die diese Nebenwirkungen kennen und erkennen müssen und die externen und internen Schnittstellen optimal organisieren müssen. Für einige externen Schnittstellen (z.B. Leukapherese, Mitbehandler) können etablierte Strukturen aus der Stammzelltransplantation übernommen werden, andere (z.B. Hersteller, Apotheke) müssen neu implementiert und in eine QM-System eingebunden werden. Der organisatorische Aufwand ist die Voraussetzung für die Zertifizierung durch die Hersteller, ohne die keine Anwendung möglich ist. Zusätzlich hat in Deutschland der GBA einen Katalog vorgelegt und Kriterien für die Qualifikation von CAR T-Zell Zentren vorgegeben. Somit ist diese neue Therapieform primär von verschiedenen Seiten auf wenige Zentren in Deutschland beschränkt worden. Zusätzlich schwierig ist die aktuelle Einzelfallprüfung der Indikation durch die Kostenträger, die zu Ablehnungen der Kostenübernahme führen kann, obwohl der Patient sich unzweifelhaft im Label der Zulassung befindet. Hier zeigen sich exemplarisch die Herausforderungen für das System mit der Einführung so komplexer und teuren neuartigen Therapien.

Trotz dieser Schwierigkeiten bei der Entwicklung dieser neuen Therapieform und bei ihrer Umsetzung in die Regelversorgung bleibt sie jedoch eine vollkommen neue Therapie, die unabhängig von den bisher etablierten Säulen in der Onkologie Chirurgie, Strahlentherapie und Immun-Chemotherapie wirkt. Bei B-Zell Neoplasien hat sie bereits ein sehr großes Potential gezeigt. Dies macht sie zur Hoffnung für alle jene Krebspatienten, denen durch die etablierten Verfahren nicht ausreichend geholfen werden kann.
DR. TITUS J. BRINKER, HEIDELBERG
Dr. Titus Brinker (28) leitet die App-Entwicklung am DKFZ und absolviert seine Facharztausbildung an der Universitäts-Hautklinik in Heidelberg. Er ist außerdem Geschäftsführer der Smart Health Heidelberg GmbH und Entwickler von 11 Gesundheitsapps mit über 700.000 Nutzern (u.a. Smokerface, Sunface, AppDoc). Im Jahre 2011 gründete er das Netzwerk Aufklärung gegen Tabak, bei dem heute in 14 Ländern über 3,500 Medizinstudierende und Ärzte ehrenamtlich mitwirken und über 60.000 Schüler pro Jahr im Klassenraum über das Rauchen aufklären. Für seine ehrenamtliche Arbeit wurde er in den Jahren 2014 und 2017 von Kanzlerin Angela Merkel mit dem Bundespreis ausgezeichnet.

Abstract seines Vortrags
Was sind die besten Smart-Data-Anwendungen und Gesundheits-Apps mit einem realen Einfluss auf die medizinische Versorgung? Welche Entwicklungen sind in der Pipeline und was erwartet die Medizin in den kommenden Jahren? In seinem Vortrag beleuchtet Dr. Brinker die breitenwirksamsten sowie nützlichsten Gesundheitsanwendungen und gibt einen kurzen Überblick zu derzeit in Entwicklung befindlichen Projekten.
DR. JOHANNES BRUNS, BERLIN
Dr. Johannes Bruns erhielt 1984 das Staatsexamen in Mathematik und Sportwissenschaften. Im Anschluss arbeitete er von 1987 bis1990 im Deutschen Bundestag. Seine Approbation als Arzt der Humanmedizin erlangte er 1994. Zwischen 1992 und1993 arbeitete er in der Abteilung für Chirurgie an der Universität Bonn und anschließend von 1993 - 1998 in der Abteilung für Unfallchirurgie an der Universität Bonn. 1998 machte er den Facharzt in Chirurgie.
Zwischen 1999 - 2006 war er Leiter der Abteilung für medizinische Grundsatzfragen, Leistungen beim Verband der Angestellten Krankenkassen e. V. (VdAK).Seit 2006 ist er Generalsekretär der Deutschen Krebsgesellschaft mit Sitz in Berlin.
PROF. DR. ROLAND EILS, BERLIN
Prof. Dr. Roland Eils is founding director of the Digital Health Center at Berlin Institute of Health (Charité, Berlin) and director of the Health Data Science unit at the Medical Faculty of Heidelberg University. Before, he was founding and managing director of Heidelberg University’s Systems Biology center BioQuant and Head of Division "Theoretical Bioinformatics" at the DKFZ in Heidelberg. His group has delivered significant contributions to the field of cancer genomics and systems biology. Since 2017 Roland Eils is member of the Organizing Committee of the Human Cell Atlas initiative and Coordinator of the HiGH-Med Consortium. He has published over 350 publications cited over 29500 times resulting in an h-index of 84 (source: google scholar).

Prof. Dr. Roland Eils ist Gründungsdirektor des Digital Health Center an der Charité Berlin und Leiter der Abteilung Health Data Science an der Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg. Zuvor war er Gründer und Geschäftsführer des Systembiologiezentrums BioQuant der Universität Heidelberg und Leiter der Abteilung "Theoretische Bioinformatik" am DKFZ in Heidelberg. Seine Gruppe hat bedeutende Beiträge auf dem Gebiet der Krebsgenomik und Systembiologie geleistet. Seit 2017 ist Roland Eils Mitglied des Organisationskomitees der Initiative Human Cell Atlas und Koordinator des HiGH-Med-Konsortiums. Er hat über 350 Publikationen veröffentlicht, die über 29500 Mal zitiert wurden, was zu einem h-Index von 84 führt (Quelle: google scholar).
PROF. DR. HERMANN EINSELE, WÜRZBURG
Hermann Einsele ist Professor für Innere Medizin und seit 2004 Direktor der Abteilung für Innere Medizin II des Universitätsklinikums Würzburg.
Nach seiner medizinischen Ausbildung an den Universitäten Tübingen, Manchester und London war Professor Einsele wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung für Häma¬tologie, Onkologie, Rheumatologie und Immunologie an der Universität Tübingen. 1991 erlangte er die Facharztanerkennung für Innere Medizin und 1996 die Anerkennung Schwerpunktbezeichnung Hämatologie/Onkologie. 1999 wurde er zum außerplanmäßigen Professor an der Universität Tübingen ernannt.
Prof. Einsele ist Gastprofessor am Fred Hutchinson Krebsforschungszentrum in Seattle, WA, USA und an der Stadt Hope Hospital, Duarte, CA, USA.
Von 2011-2015 war Hermann Einsele Vize-Dekan der Medizinischen Fakultät der Univer¬sität Würzburg, seit 2015 ist er Vizepräsident der Julius-Maximilians-Universität Würzburg. 1999 wurde Hermann Einsele zum Vorsitzenden der Deutschen Studiengruppe Multiple Myelom gewählt. Im Jahr 2003 erhielt er den van Bekkum Award. Im Jahr 2011 wurde er zum Ehrenkollegen des Royal College of Pathologists (London) gewählt und 2014 als Mitglied in die Akademie der Wissenschaften und Literatur, Mainz aufgenommen.
Prof. Einsele ist Experte auf dem Gebiet des Multiplen Myeloms, der Stammzelltrans¬plantation und der Adoptivimmunotherapie bei hämatologischen und onkologischen Patienten.
PROF. DR. STEFAN FRÖHLING, HEIDELBERG
© NCT Heidelberg
Stefan Fröhling ist kommissarischer Geschäftsführender Direktor des NCT Heidelberg und leitet die Abteilung für Translationale Medizinische Onkologie am NCT und am DKFZ. Ziel seiner Forschung ist es, möglichst vielen Patienten maßgeschneiderte, an ihre spezifischen Bedürfnisse angepasste Therapien anzubieten. Hierzu arbeitet er an der Entwicklung von Werkzeugen zur umfassenden molekularen und funktionellen Charakterisierung individueller Tumoren und an der Konzeption von klinischen Studien, die den Stellenwert moderner zielgerichteter Behandlungsansätze prüfen. Neben der entitätenübergreifenden Präzisionsonkologie beschäftigt er sich insbesondere mit Knochen- und Weichgewebesarkomen und akuten Leukämien.
PROF. DR. HARTMUT GOLDSCHMIDT, HEIDELBERG
Prof. Dr. Hartmut Goldschmidt ist seit 2005 Leiter der Sektion Multiples Myelom, Medizinische Klinik V, Universitätsklinikum und Nationales Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) in Heidelberg. Nach dem Studium der Medizin sowie der Approbation als Arzt 1982, promovierte Prof. Dr. Goldschmidt 1984 an der Humboldt-Universität zu Berlin. 1988 erlangte er seine Facharztausbildung zum Internisten und war bis 1990 als Facharzt an der Universitätsklinik für Innere Medizin der Charité Berlin tätig. 1991 erhielt er die Anerkennung der Teilgebietsbezeichnung Hämatologie und internistische Onkologie. Prof. Dr. Goldschmidt habilitierte 1997 an der Ruprecht-Karls Universität in Heidelberg und war dort von 1999 bis 2005 als Oberarzt der Medizinischen Klinik und Poliklinik V tätig. Seit 1998 ist Herr Prof. Dr. Goldschmidt zudem Leiter der Studiengruppe GMMG (German- speaking Myeloma Multicenter Group). Im Juni 2018 hat Herr Goldschmidt eine W3 Stiftungsprofessur „Translationale Myelomforschung“ am Universitätsklinikum Heidelberg angenommen. Im Februar 2018 wurde Herr Prof. Dr. Goldschmidt der Deutsche Krebspreis für klinische Krebsforschung verliehen.
PROF. DR. MICHAEL HALLEK, KÖLN
Studium der Medizin von 1978-1985 in Regensburg, München und Paris. 1985-1994 wissenschaftliche und klinische Ausbildung als Hämatologe und Onkologe in München und Harvard. 1994-2003 Oberarzt an der LMU und Leiter des Gentherapie-Programms am Genzentrum und Helmholtz-Zentrum München. 1994 Gründung und Leitung der Deutsche CLL-Studiengruppe, der weltweit größten Studiengruppe zur chronischen lymphatischen Leukämie. Seit 2003 Direktor der Klinik I für Innere Medizin der Universität zu Köln. Seit 2007 Direktor des Centrums für Integrierte Onkologie (CIO) Köln Bonn, das seither durch die Deutsche Krebshilfe ununterbrochen als onkologisches Spitzenzentrum ausgezeichnet wurde, und seit 2019 Direktor des CIO Aachen, Bonn, Düsseldorf, Köln. Zahlreiche Auszeichnungen, wie der Paul-Martini-Preis 2012, die Binet-Rai-Medaille 2013, die Walter-Siegenthaler-Medaille in Gold 2016, den Deutschen Krebspreis 2017, den Arthur Burkhardt-Preis 2017 und die Johann-Georg-Zimmermann-Medaille 2018, die Ham-Wasserman Lecture auf dem ASH 2018. Seit 2011 Mitglied der Leopoldina. Präsident des 31. Deutschen Krebskongresses 2014. Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin DGIM in den Jahren 2014/2015. Seit 2016 Vorsitzender und seit 2018 geschäftsführender Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie DGHO. Seit 2018 Chairman Scientific Committee der European School of Haematology, Paris. Seit 2019 Präsident der Walter Walter Siegenthaler-Gesellschaft und Mitglied im Strategiekreis “Nationale Dekade gegen Krebs” des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.
DR. THOMAS ILLMER, DRESDEN
PD Dr. med. Thomas Illmer, wurde am 17.05.1968 in Bautzen geboren. Von 1986-1995 studierte er Humanmedizin in Halle/Saale, Dresden und Stockholm. Die Facharztausbildung absolvierte er an der Medizinischen Klinik I 1995-2002. Es folgten: 09/1995 die Promotion zur transkriptionellen Aktivität von p53 im Mammakarzinom (Summa cum laude); 03/2002 der Facharzt Innere Medizin; 06/2003 die Subspezialisierung Hämatologie/Onkologie. 04/2004 wurde er Oberarzt an der Medizinischen Klinik I – TU Dresden. 05/2008 Habilitation zum Stellenwert von microRNA in Akuten Leukämien. 04/2009 Venia legendis. Seit 04/2009 befindet sich PD Dr. Illmer in Berufsausübungsgemeinschaft Arnoldstrasse Dresden als niedergelassener Hämatologe und Onkologe, er ist Mitglied im BNHO, der DGHO und ASH und seit 2012 Vorsitzender des NIO Sachsen, seit 2016 im Bundesvorstand BNHO, seit 2018 stellvertretender Vorsitzender des BNHO.

Abstract seines Vortrags:
Die hämatologisch-onkologische Versorgung wird in Deutschland über 3 Säulen – die CCC/UCC, spezialisierte Fachkrankenhäuser und spezialisierte niedergelassene Hämato-Onkologen abgebildet. In der Primärbetreuung in der Fläche stehen die niedergelassenen Hämatologen und Onkologen in der Versorgungspflicht, müssen jedoch auch die zunehmenden Anforderungen, die durch wissenschaftliche oder technische Innovationen generiert werden, umsetzen. Das bestehende kassenärztliche Versorgungssystem steht damit der hohen Herausforderungen gegenüber, einen einheitlichen Standard für die Versorgung von Tumorpatienten entsprechend des aktuellen Wissens zu gewährleisten. Dieser Anspruch wird in Zukunft nur realisierbar sein, indem Netzwerke niedergelassener Hämatologen und Onkologen Austausch pflegen, sich gegenseitig fortbilden und sich an wissensgenerierenden Projekten beteiligen. Ein wesentlicher Schwerpunkt liegt dabei auf einem partnerschaftlichen Austausch mit den regionalen CCC/UCC. Diese Form des kontinuierlichen, transsektoralen Wissensflusses muss in Deutschland neu organisiert werden und sollte Barrieren wie Kompetition oder technische Probleme adressieren. In diesem System sollte in Zukunft ein verbesserter zentrifugaler Wissenstransfer von Zentren in die Peripherie aber auch die Generierung von Daten mit versorgungswissenschaftlichem Schwerpunkt abgebildet werden. Der Vortrag wird aus Sichtweise des BNHO ein Bild der aktuellen Versorgungslandschaft entwerfen und wird exemplarische Möglichkeiten einer intensiveren Verzahnung von akademischem Wissen und praktischer Versorgung aufzeigen.
PROF. DR. ULRICH KEILHOLZ, BERLIN
Prof. Ulrich Keilholz hat sein Medizinstudium an den Universitäten Mainz, Heidelberg und Lexington absolviert und 1983 abgeschlossen. Anschließend durchlief er seine Facharztweiterbildung an der Universität Heidelberg, 1987 unterbrochen von einem Aufenthalt als Gastwissenschaftler am National Cancer Institute des NIH in Bethesda, USA. 1997 wechselte er als leitender Oberarzt der Medizinischen Klinik III an das Klinikum Benjamin Franklin der Freien Universität Berlin, seit 2004 Campus Benjamin Franklin der Charité. 2002 wurde er auf eine neu geschaffene Professur für molekulare und klinische Tumorimmunologie berufen. Seit 2008 war er zudem Deputy Director Clinical Research des Charité Comprehensive Cancer Centers. Dieses leitet er ab 2013 zunächst kommissarisch und seit 2018 als Direktor. Im Jahr 2015 wurde er als Professor für Comprehensive Oncology berufen. Prof. Keilholz ist stellvertretender Standortsprecher des DKFZ-Standortes Berlin und Mitglied in allen wichtigen nationalen und internationalen klinischen onkologischen Gesellschaften.
PROF. DR. ULRICH KELLER, BERLIN
Prof. Ulrich Keller leitet seit November 2018 die Med. Klinik mit Schwerpunkt Hämatologie und Onkologie am Campus Benjamin Franklin der Charité. Er war zuvor Leitender Oberarzt der Klinik Innere Medizin III der TU München. Weitere berufliche Stationen, klinische und wissenschaftliche Ausbildung: St. Jude Children’s Research Hospital, Memphis, USA; Johannes-Gutenberg-Universität und Universitätsklinikum, Mainz.
Klinische Schwerpunkte sind die Behandlung von Patienten mit bösartigen Bluterkrankungen (Lymphome, Myelom, Leukämie), molekular-informierte Therapien und Immuntherapien von Patienten mit verschiedenen soliden Tumoren, sowie Klinische Studien der Phasen 1-3.
Zusätzlich zur klinischen Tätigkeit leitet Prof. Keller die Arbeitsgruppe „Mechanismus-basierte Krebstherapien“, die sich mit Mechanismen der Tumorentstehung mittels genetischer Modelle und OMICs Technologien beschäftigt. Ein besonderer Schwerpunkt sind funktionelle Screeningverfahren sowie der Einsatz innovativer Bildgebung, die es erlauben neue Zielstrukturen für therapeutische Interventionen zu entwickeln.
Prof. Kellers Forschungsgruppe wird u.a. durch die Sonderforschungsbereiche 824 und 1335 der Deutschen Forschungsgemeinschaft, die Deutsche Krebshilfe und die Europäische Union (Horizon 2020) gefördert.

Abstract seines Vortrags:
Titel:Multiples Myelom: intensive Therapie und Innovation für Heilung statt Krankheitskontrolle

Patienten mit Multiplem Myelom erkranken häufig akut mit Symptomen der gestörten Blutbildung, mit Problemen am Bewegungsapparat und mit Folgen einer gestörten Nierenfunktion. Ursache sind genetische Veränderungen (Mutationen) in den Erbanlagen der Plasmazellen mit nachfolgender ungestörter Vermehrung und inadäquater überschiessender Bildung von Antikörpern, die funktionsgestört sind.
Von rein palliativen Therapieoptionen über Kortison- und klassische Chemotherapie haben sich innerhalb der letzten Jahrzehnte hocheffektive molekular wirksame Therapiekonzepte etabliert, die jüngst durch Immuntherapien (monoklonale Antikörper) und möglicherweise bald durch zelluläre Therapien ergänzt werden. Neben auf den Tumor abzielenden Therapien sind unterstützende Therapieoptionen (Supportivtherapie) massgeblich am Zugewinn von Lebensqualität, zusätzlich zur verbesserten Überlebenszeit, verantwortlich.
PROF. DR. FRANK KOLLIGS, BERLIN
Nach Studium und Promotion an der Philipps-Universität Marburg erfolgte die klinische Weiterbildung in Innerer Medizin, Gastroenterologie und medikamentöser Tumortherapie sowie die wissenschaftliche Weiterbildung in Molekular-, Zell- und Tumorbiologie an den Universitäten Marburg, Michigan (USA) und München.
Die klinischen Schwerpunkten liegen im Bereich der interventionellen Endoskopie und der gastrointestinalen Onkologie.
Die wissenschaftlichen Schwerpunkte liegen insbesondere im Bereich der molekularen Karzinogenese, der Identifizierung von Biomarkern und der Prävention des kolorektalen Karzinoms.
In 2009 Berufung auf die Universitätsprofessur für Innere Medizin mit dem Schwerpunkt gastrointestinale und molekulare Onkologie am Klinikum der Universität München.
Seit 2015 Chefarzt der Klinik für Innere Medizin – Gastroenterologie, Hepatologie & Infektiologie und des Interdisziplinären Endoskopiezentrums am Helios Klinikum Berlin-Buch.
PROF. DR. MARKUS KOSCH, BERLIN
Professor Dr. med. Markus Kosch ist seit 1. Dezember 2018 Global Lead von Pfizer für die Onkologiebereiche Niere, Lunge und Immunonkologie und berichtet direkt an den Global President Oncology. Er kam 2010 als Commercial Lead Pfizer Oncology Europe, Hematology zu Pfizer. Nach weiteren verantwortlichen Rollen auf regionaler Ebene übernahm er die Leitung von Pfizer Oncology in Deutschland und wurde einer der Geschäftsführer der Pfizer Pharma GmbH. Im Jahr 2015 wurde er Vice President Commercial Portfolio Management Pfizer Oncology Europe, Japan, South Korea & Australia / New Zealand. Nach seiner Promotion 1997 an der Universität Münster arbeitete er in der Inneren Medizin des Universitätsklinikums als Facharzt bis zur Habilitation. Nach acht Jahren klinischer Praxis wechselte er 2005 zu Wyeth Deutschland in die forschende Pharmaindustrie als medizinischer Leiter des Bereichs Onkologie und Spezialprodukte. Sein großes Interesse an klinischer Praxis und universitärer Forschung setzte er neben dem Hauptberuf fort und wurde 2008 Lehrbeauftragter für Innere Medizin an der Universität Münster.
PROF. DR. DIANA LÜFTNER, BERLIN
Seit 2005 ist Frau Prof. Lüftner Oberärztin für Hämatologie und Medizinische Onkologie an den Campi Mitte und Benjamin Franklin der Charité, Universitätsmedizin Berlin. Im Jahre 2013 wurde ihr die Würde einer Außerplanmäßigen Professur an der Charité verliehen.
Von 2013-2015 war sie Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Med. Onkologie DGHO und seit 2016 Vorstandsmitglied. Im Jahre 2014 leitete sie als Kongresspräsidentin die Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Senologie.
Sie vertritt das Fach Onkologie bei den S3-Leitlinien Mammakarzinom und Ovarialkarzinom sowie innerhalb des Beirates der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin.
Seit 2018 ist Frau Prof. Lüftner amtierender Vorstand der Deutschen Stiftung für junge Erwachsene mit Krebs und kümmert sich um Patientenbelange im Patientenbeirat der Deutschen Krebshilfe.

Abstract ihres Vortrags:
Die Jahreskongresse der European Hematology Association (EHA) und der American Society of Clinical Oncology (ASCO) sind wesentliche Highlights des Faches Hämatologie und Medizinische Onkologie.

Zum Auftakt des 5. Interdisziplinären Symposiums „Innovations in Oncology“-Vision Zero werden wir die Highlights der beiden Kongresse zusammenfassen und damit eine angeregte Diskussion im Sinne der optimierten Versorgung unserer Patientinnen und Patienten einleiten.
DR. CHRISTA MAAR, MÜNCHEN
Frau Maar ist Vorstand der Felix Burda Stiftung und Präsidentin des Netzwerks gegen Darmkrebs. Letzteres führt gemeinsam mit medizinisch-wissenschaftlichen Experten interdisziplinäre Konferenzen wie „Vision Zero“ durch und stellt Unternehmen Konzepte zur Integration von Darmkrebsvorsorge in die betriebliche Gesundheitsfürsorge zur Verfügung. Die Felix Burda Stiftung hat ihren Schwerpunkt auf der Aufklärung der Bevölkerung über Darmkrebsprävention, der Durchführung innovativer Öffentlichkeitskampagnen und der Verleihung der Felix Burda Awards für besondere Verdienste in der Darmkrebsprävention. Frau Maar ist Mitglied im Kuratorium des Deutschen Krebsforschungszentrums und im Strategiekreis der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung etablierten Nationalen Dekade gegen Krebs. Sie sieht ihre Aufgabe darin, sich auch in diesem im Rahmen für die Intensivierung und Weiterentwicklung der Krebsprävention einzusetzen.

Abstract ihres Vortrags:
Lessons learned - Was braucht es, um die Darmkrebsprävention in Deutschland erfolgreich zu machen?
Mit seinem 1973 eingeführten FOBT-Programm für Versicherte ab 50 Jahren hatte Deutschland einmal einen innovativen Spitzenplatz in der Darmkrebsprävention. Innovativ und von vielen beneidet war auch noch die Einführung der Vorsorgekoloskopie für Versicherte ab 55 im Jahr 2002. Ab dann gab es keine Neuerungen mehr. Im Gegenteil scheinen diejenigen, die für die Weiterentwicklung der Darmkrebsfrüherkennung verantwortlich sind, alle Veränderungen zu fürchten, die evtl. mit höheren Teilnahmeraten verbunden sein könnten. Dabei sind diese doch ein wesentliches Ziel von Screening Programmen. Bei Darmkrebs gehen internationale Experten von einer Teilnahmequote von 80 Prozent aus, um ein Programm erfolgreich zu machen. Für das im Juli startende Einladungsverfahren zur Darmkrebsvorsorge lässt sich absehen, dass die eingezogenen Hürden, die die Eingeladenen überwinden müssen, viele Menschen von der Teilnahme abhalten werden. Doch unabhängig davon, was die Verantwortlichen entscheiden, wird die Zukunft der Darmkrebsprävention in der personalisierten Risikoprädiktion und in anwenderfreundlichen Untersuchungsverfahren wie Blut-, Urin- und Atemtests liegen.
PROF. DR. ECKHARD NAGEL, BAYREUTH
Prof. Dr. Dr. med. habil. Dr. phil. Dr. theol. h. c. Eckhard Nagel ist Geschäftsführender Direktor des Instituts für Medizinmanagement und Gesundheitswissenschaften der Universität Bayreuth, Transplantationschirurg und hat in der Philosophie promoviert. Die Philipps-Universität Marburg/Lahn verlieh ihm die Ehrendoktorwürde des Doktors der Theologie. In seiner kontinuierlichen fünfzehnjährigen Mitarbeit als Gründungsmitglied des Nationalen Ethikrats und des Deutschen Ethikrats bis zum Jahr 2016 stand der Dialog zu verbindlichen ethischen und moralischen Leitplanken im Vordergrund.
CLAUDIA NEUMANN, KÖNIGS WUSTERHAUSEN
Claudia Neumann erkrankte 2015 an einem kolorektalen Karzinom und engagiert sich seither ehrenamtlich in Berlin in der Deutschen Stiftung für junge Erwachsene mit Krebs.
2018 würde sie mit dem Ehrenfelix der Felix Burda Stiftung ausgezeichnet und konnte diesen Abend nutzen, um mit Gesundheitsminister Jens Spahn ins Gespräch zu kommen.
Anfang 2019 entstand daraus ein neues Gesetz, mit dem die Krankenkassen in Deutschland erstmals die Möglichkeit haben, den Fruchtbarkeitserhalt bei jungen Krebspatienten zu finanzieren.

Die 32-jährige arbeitet hauptberuflich im Außendienst in der Medizintechnik und lebt in der Nähe von Berlin.
PROF. DR. CHARLOTTE NIEMEYER, FREIBURG
Prof. Niemeyer studierte Medizin an den Universitäten Kiel, Nottingham (GB) und Freiburg. Sie begann ihre Facharztausbildung in Pädiatrie am Universitätskliniken Kiel, und war anschließend für 5 Jahre als Fellow in Pediatric Hematology/Oncology und Instructor am Children’s Hospital, Dana-Farber Cancer Institute, Harvard Medical School, Boston, USA, tätig. Nach ihrer Rückkehr nach Deutschland arbeitete Prof. Niemeyer an der Medizinischen Hochschule Hannover und am Universitätsklinikum Freiburg. Sie ist Ärztliche Direktorin der Klinik für Pädiatrische Hämatologie und Onkologie an der Freiburger Universitätskinderklinik. Prof. Niemeyers Forschung liegt im Bereich der myelodysplastischen Syndrome, des Knochenmarkversagens und der genetischen Prädisposition für Leukämien. Prof. Niemeyer brachte sich in viele Gremien US amerikanischer und deutscher Fachgesellschaften ein und ist gegenwärtig Mitglied des Stiftungsrats der Deutschen Krebshilfe. Sie ist Mitglied der Leopoldina Nationale Akademie der Wissenschaften, und ihre Forschungsarbeiten wurden u.a. mit dem Deutschen Krebspreis (2013) and den Jean Bernard Lifetime Achievement Award der European Society of Hematology (2018) ausgezeichnet
DR. GEORG RALLE, MÜNCHEN
Dr. Georg Ralle studierte Wirtschaftswissenschaften, Sozialwissenschaften und Germanistik an der Freien Universität Berlin, wo er im Anschluss auch promovierte. Zwischen 1979-1982 war er am ICC Berlin Projektleiter für die Organisation von medizinischen Kongressen und weiteren Fachveranstaltungen aktiv. Von 1983-1985 wechselte er zum Springer Medizin-Verlag, wo er im Zusammenhang mit der Internationalisierung des Verlages Leiter für internationales Marketing wurde. Beim Quintessenz-Verlag übernahm er von 1985-1987 die Geschäftsleitung des führenden Zahnmedizinischen Fachverlages. Anschließend arbeitete er wieder für Springer Medizin, wo er in der Zeit von 1987-1995 war. Parallel hatte er die Geschäftsführung beim medizinischen Verlag Urban & Vogel Medizin inne. In dieser Zeit organisierte er auch den 1. Deutsch-Chinesischen Onkologie Kongress in Beeijing – in enger Kooperation mit dem Deutschen Krebsforschungszentrum dkfz Heidelberg, sowie im Rahmen der deutschen Wiedervereinigung, den 1. Deutsch-Deutschen Ärztekongress am 17. Juni 1990 im Hygiene-Museum in Dresden. Er gründete namhafte Zeitschriften speziell im Bereich Onkologie und übernahm 1995-2009 den Vorsitz der Geschäftsführung von Springer Business Media. Seit 2010 gehörte er bei der ICW AG, Walldorf zunächst dem Vorstand an, inzwischen ist er Mitglied des wissenschaftlichen Beirats dieses eHealth-Unternehmens. Dr. Ralle war langjähriger Vorstand der Stiftung Deutsche Schlaganfallhilfe in Gütersloh und Mitglied des Kuratoriums der Stiftung Auge der DOG. Er ist Mitglied des Vorstands der Stiftung das behinderte Kind (Charité Berlin) und Generalsekretär des Netzwerk gegen Darmkrebs in München.
DR. STEFANIE RUDOLPH, HEIDELBERG
Dr. Stefanie Rudolph arbeitet seit Oktober 2017 als wissenschaftliche Koordinatorin am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg. Dort koordiniert sie hauptsächlich das DataBox-Projekt.

DataBox ist eine patientenzentrierte Gesundheitsplattform, die darauf abzielt, die Versorgung von Lungenkrebspatienten dadurch zu verbessern, dass den Patienten sämtliche Rechte über ihre eigenen Daten eingeräumt werden. Das vom BMBF und BMG geförderte Kooperationsprojekt wird gemeinsam mit den Projektpartnern SAP und Siemens Healthineers durchgeführt.

Stefanie Rudolph studierte Biologie an der Goethe-Universität in Frankfurt, wo sie anschließend auch promovierte. Nach ihrer Promotion arbeitete sie als wissenschaftliche Koordinatorin an der Goethe-Universität Frankfurt bevor sie ihre aktuelle Position am Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg angetreten hat.

Abstract ihres Vortrags:
Der Vortrag gibt einen Überblick über den Status Quo der verschieden Akten, deren Definitionen und jeweilige Ziele und Zweckbestimmungen. Darüber hinaus werden diese in den größeren Kontext von Interoperabilität und Vergleich zu anderen europäischen Ländern gesetzt. Im Besonderen geht der Vortrag auf das Thema „Patientenzentrierte Gesundheitsversorgung“ ein und was aus Sicht der Patienten dazu notwendig ist. Er zeigt ein konkretes Umsetzungsbeispiel aus dem Bereich Lungenkrebs und demonstriert, wie künstliche Intelligenz die Diagnostik und Therapie verbessern kann.
PROF. DR. MARTIN SCHULER, ESSEN
Professor Martin Schuler, geb. am 16.08.1966, ist Facharzt für Innere Medizin, Hämatologie und Onkologie, Pneumologie und Palliativmedizin. Professor Schuler studierte nach seinem Abitur von 1985 bis 1991 Medizin an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und promovierte 1992 mit der Auszeichnung „magna cum laude“ zum Doktor der Medizin. Bis 1997 folgte die Ausbildung zum Facharzt und wissenschaftliche Tätigkeit am Klinikum der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Weitere Station war die Division of Cellular Immunology, La Jolla Institute for Allergy & Immunology in San Diego/USA (1998 bis 2001). Als Arbeitsgruppenleiter einer Max-Eder-Nachwuchsgruppe der Deutschen Krebshilfe kehrte Martin Schuler 2001 an das Klinikum der Johannes Gutenberg-Universität Mainz zurück. Habilitation und „venia legendi“ im Fach Innere Medizin folgten 2002. Von 2002 bis 2007 arbeitete Martin Schuler als Oberarzt und Leiter der Studienzentrale des Schwerpunktes Hämatologie und Onkologie an der III. Medizinischen Klinik und Poliklinik des Klinikums der Johannes Gutenberg-Universität. Zum 1. Oktober 2007 wurde er zum Universitätsprofessor (W3) für Innere Medizin der Universität Duisburg-Essen und Direktor der Inneren Klinik (Tumorforschung) am Westdeutschen Tumorzentrum des Universitätsklinikum Essen ernannt. Parallel übernahm er das Amt des Stellvertretenden Direktors des Westdeutschen Tumorzentrums, und die Leitung der neu aufgebauten Abteilung Thorakale Onkologie der Ruhrlandklinik – Universitätsmedizin Essen. Im Jahre 2012 wurde er zum Sprecher des Partnerstandorts Essen/Düsseldorf des Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK) bestellt.

Professor Schuler ist Autor und Koautor von mehr als 100 wissenschaftlichen Originalarbeiten in führenden internationalen Fachzeitschriften. Er wurde mit mehreren Preisen ausgezeichnet: 1991 mit dem 3. Ludolf-Krehl-Preis der Südwestdeutschen Gesellschaft für Innere Medizin, 1998 dem Pulmedica-Preis der Gesellschaft für Lungen- und Atmungsforschung und 2003 dem AIO-Wissenschaftspreis der Arbeitsgemeinschaft Internistische Onkologie in der Deutschen Krebsgesellschaft. Er ist Mitglied in mehreren deutschen und internationalen Fachgesellschaften (u.a. AIO, DGHO, ASCO, IASLC), und engagiert sich in wissenschaftlichen Fachausschüssen, Gremien (Deutsche Krebshilfe, Deutsche Forschungsgemeinschaft) und Editorial Boards mehrerer Fachzeitschriften.
PROF. DR. THOMAS SEUFFERLEIN, ULM
Thomas Seufferlein studierte Medizin in Regensburg und München und begann seine medizinische berufliche Laufbahn in der Inneren Medizin des Klinikums Benjamin Franklin der FU Berlin. Nach einem mehrjährigen Forschungsaufenthalt am Imperial Cancer Research Fund in London, wo er sich mit Signalnetzwerken in Tumoren beschäftigte, wechselte er ans Universitätsklinikum Ulm in die Gastroenterologie. 2008 folgte er einem Ruf als Ärztlicher Direktor der Klinik für Gastroenterologie und Pneumologie an das Universitätsklinikum der MLU Halle-Wittenberg, 2012 wurde er als Ärztlicher Direktor der Klinik für Gastroenterologie, Nephrologie, Endokrinologie und Stoffwechselkrankheiten an die Universität Ulm berufen. Er beschäftigt sich in der klinischen und Grundlagenforschung mit Tumorerkrankungen des Gastrointestinaltrakts, insbesondere mit prädiktiven und prognostischen Biomarkern, Signalmechanismen im Tumor und Proteintransport in Tumorzellen. Schwerpunkt ist das Pankreaskarzinom. Er ist Sprecher eines DFG-geförderten Graduiertenkollegs 2254 zur Tumorheterogenität, stellvertretender Sprecher des Comprehensive Cancer Center Ulm, Mitglied in den Leitgruppen Pankreaskarzinom und Kolonkarzinom der AIO, Vorstandsmitglied der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Tumorzentren und Sprecher des Onkologischen Leitlinienprogramms von Deutscher Krebshilfe, DKG und AWMF. Seit 2018 ist Thomas Seufferlein Vizepräsident der DKG.

Abstract seines Vortrags:
Im Zeitalter der individualisierten Medizin spielen prognostische und prädiktive molekulare Marker für die Therapie onkologischer Erkrankungen eine zunehmende Rolle. In der Regel wird für die diesbezüglichen Analysen Tumormaterial herangezogen. Tumorassoziierte Faktoren oder Tumor-DNA sind aber auch in Köperflüssigkeiten wie Blut und Urin nachweisbar. Dies gilt auch für Frühformen von Tumorerkrankungen, so dass sich entsprechende Teste als liquid biopsies möglicherweise auch für die Früherkennung und evtl. sogar Prävention von Tumorerkrankungen eignen. Eine Vorsorge-/Früherkennungsuntersuchung wäre so bei einem Laborcheck relativ einfach und ohne unangenehme Zusatzuntersuchungen möglich und die Akzeptanz von Vorsorge z.B. im Bereich Darmkrebs deutlich verbessert. Eine große Herausforderung bei diesen Verfahren ist allerdings die deutlich geringere oder – im Fall von Vorstufen noch gar nicht vorhandene - Tumorlast, was hohe Anforderungen an die Sensitivität und Spezifität der Testverfahren stellt. Am Beispiel von Darmkrebs sollen aktuelle Entwicklungen zur Frühdiagnostik von Darmkrebs mittels liquid biopsies dargestellt werden. Darmkrebs eignet sich hierzu hervorragend, da mit der Koloskopie ein Goldstandard zur Verfügung steht, an dem sich andere Verfahren zur Früherkennung oder Vorsorge messen lassen müssen.
TINO SORGE, MDB, BERLIN
Tino Sorge MdB (CDU) ist Rechtsanwalt und seit 2013 direkt gewählter Abgeordneter des Wahlkreises Magdeburg. Er ist Mitglied im Ausschuss für Gesundheit sowie Berichterstatter der Unionsfraktion für Digitalisierung und Gesundheitswirtschaft. Herr Sorge ist außerdem Mitglied im Ausschuss für Bildung, Forschung und Technologiefolgenabschätzung sowie in der Enquete-Kommission „Künstliche Intelligenz“. Seit 2018 ist er Mitglied im Vorstand der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Zudem ist er Landesvorsitzender des VdK Sachsen-Anhalt und Mitglied im Vorstand des Parlamentskreises Mittelstand.
HAN STEUTEL, MÜNCHEN
Han Steutel ist derzeit Vorstandsvorsitzender und kommissarischer Hauptgeschäftsführer des Verbandes der forschenden Pharma-Unternehmen (vfa). Zugleich ist er Senior Vice President und General Manager Germany bei dem forschenden Pharmaunternehmen Bristol-Myers Squibb, München. Er begann seine Karriere 1987 in den Niederlanden, bei Bristol-Myers Squibb ist er seit 1999 beschäftigt. Seit 2009 ist Han Steutel im Vorstand des vfa tätig, seit Juni 2016 als Vorstandsvorsitzender. Im Januar 2017 wurde er in den Vorstand des Bundesverbands der Deutschen Industrie benannt.

Krebs eines Tages zu besiegen, ist ein anspruchsvolles Ziel. Doch wir bewegen uns stetig darauf zu. Dies haben wir engagierten Krebsmedizinern und optimierten Versorgungsstrukturen zu verdanken. Auch die Forschung der pharmazeutischen Industrie hat daran Anteil, u.a. durch jährlich mehr als zehn neue Medikamente und Indikationserweiterungen. Im Fokus steht die personalisierte Medizin: Nach Möglichkeit soll jeder Patient eine auf seine Erkrankung und Tumormerkmale zugeschnittene Behandlung erhalten können. Die Vision Zero lässt sich nur durch das gemeinsame Engagement vieler Kräfte realisieren: Deshalb unterstützen der vfa und seine Mitgliedsunternehmen die „Nationale Dekade gegen Krebs“ der Bundesregierung. Ein im Verband konsentiertes Zielbild leitet dabei unseren Beitrag und die Zusammenarbeit mit Onkologen und weiteren Akteuren – bis zum Ende der Dekade und weit darüber hinaus.
PROF. DR. CHRISTOPH STRAUB, BERLIN
Prof. Dr. med. Christoph Straub, Jahrgang 1961, ist Vorsitzender des Vorstands der BARMER. Nach seinem Studium der Medizin in Heidelberg und den USA war er von 1991 bis 1994 wissenschaftlicher Assistent an der Stiftungsprofessur Gesundheitssystemforschung der Universität Tübingen. Von 1994 bis 2000 war er beim VdAK/AEV (Siegburg) in unterschiedlichen Funktionen tätig. Im Jahr 2000 wechselte er zur Techniker Krankenkasse nach Hamburg und leitete dort zunächst den Stabsbereich Unternehmensentwicklung, ab 2002 war er Mitglied des Vorstands und ab 2005 stellvertretender Vorsitzender des Vorstands. Von 2009 bis 2011 gehörte der dem Vorstand der Rhön Klinikum AG an. Seit 2011 ist Prof. Straub Vorstandsvorsitzender der BARMER. Seit 2016 ist er Honorarprofessor an der Universität Bayreuth.
PROF. DR. CORNELIA ULRICH, UTAH, USA
Dr. Cornelia Ulrich is the Executive Director of the Comprehensive Cancer Center at Huntsman Cancer Institute (HCI). She is also a Jon M. and Karen Huntsman Presidential Professor in Cancer Research in the Department of Population Health Sciences at the University of Utah. As Cancer Center Executive Director, Dr. Ulrich oversees HCI’s academic consortium of nearly 200 cancer research teams. She is a cancer epidemiologist whose research focuses on lifestyle and biologic factors in cancer prevention and cancer prognosis. Dr. Ulrich leads an interdisciplinary team of scientists on research related to the prevention, epidemiology, prognosis, and survivorship of cancer. She is also Principal Investigator of the HCI Total Cancer Care Protocol in the ORIEN network of cancer centers.

Ulrich’s lab has performed landmark research on colorectal cancer prevention and survivorship, including studies on biomarkers, aspirin and connections between obesity and physical activity in cancer prevention and survivorship. She is the author of more than 350 publications, and has served as principal investigator on more than 20 competitively funded research studies and clinical trials. She is a former Fulbright scholar, an elected member of the European Academy of Cancer Sciences, and serves on numerous editorial boards and advisory boards for agencies such as the National Institutes of Health (NIH), National Academies of Sciences and Medicine (NASEM), International Agency for Research on Cancer (IARC), and the American Association for Cancer Research (AACR).

Abstract ihres Vortrags:
Cancer Control in the United States is funded and implemented by a number of different organizations, both on the federal and the state level. Key contributors are the National Institutes of Health with a budget specifically for cancer prevention and control of $340 million, exclusive of additional research funds; Center for Disease Control and Prevention ($372 million, inclusive of $49 million for cancer registries); and the American Cancer Society ($209 million). Each state has developed their individual cancer control plans, addressing primary needs of their region. For example in Utah, skin cancer prevention is a top priority, while smoking prevention and alcohol consumption are relatively low. Dr. Ulrich has just served on a committee of the United States National Academy of Sciences and Engineering tasked to develop a National Cancer Control Plan, which will be released on June 27, 2019, and has developed innovative ideas on data linkage technology and policy.
PROF. DR. MICHAEL VON BERGWELT, MÜNCHEN
Nach dem Studium der Medizin, Humanbiologie und Geschichte in Freiburg und Paris arbeitete Professor von Bergwelt 20 Jahre am Uniklinikum Köln zuletzt als Leitender Oberarzt der Medizinischen Klinik I.
In dieser Zeit erwarb er die Facharztbezeichnung Innere Medizin und Hämatologie und Onkologie sowie die Zusatzbezeichnungen Infektiologie, Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin, und das European Diploma of Intensive Care.
Seine klinische Ausbildung ergänzte er durch Forschungsaufenthalte im Bereich B Zell- und Tumorimmunologie in Harvard und Stanford. Nach seiner Rückkehr leitete Professor von Bergwelt zunächst eine Max-Eder-Nachwuchsgruppe der Deutschen Krebshilfe, später die interdisziplinäre Forschergruppe Cologne Interventional Immunology. Professor von Bergwelt ist Experte für Immun- und Zelltherapien in der Onkologie und Hämatologie, sowie für Intensivmedizin bei immunsupprimierten Patienten.
Seit dem 1.12.2017 ist er W3-Professor für Innere Medizin mit dem Schwerpunkt Hämatologie und Onkologie an der Ludwig-Maximilians-Universität und Direktor der Medizinischen Klinik und Poliklinik III an den Standorten Innenstadt und Großhadern. Er ist u.a. Leiter der Stiftungskommission der Medizinischen Fakultät und Mitglied des Lenkungsausschusses des CCC (Comprehensive Cancer Center München) und des DKTK München (Deutsches Konsortium für translationale Krebsforschung)
PROF. DR. CHRISTOF VON KALLE, HEIDELBERG
Professor Christof von Kalle ist seit Juni 2019 BIH Chair für Klinisch-Translationale Wissenschaften an der Charité Berlin. Er ist Gründungsdirektor des gemeinsamen Klinischen Studienzentrums der Charité. Von Juli 2005 bis Mai 2019 war er Leiter der Abteilung Translationale Onkologie am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg. Bis März 2018 war er geschäftsführender Direktor des NCT Heidelberg. Seit April 2018 arbeitet er zudem als Chief Research Officer am Sidra Institute in Doha, Katar. Als Arzt und Wissenschaftler mit klinischem Hintergrund in den Bereichen Hämatologie/Onkologie und über 200 High-Impact-Publikationen ist Prof. von Kalle ein international renommierter, führender Wissenschaftler auf den Gebieten der Stammzellforschung, Mutationsanalyse und des Gentransfers.
PROF. DR. BERNHARD WÖRMANN, BERLIN
Prof. Dr. Wörmann studierte Humanmedizin in Münster und Montpellier..Anschließend absolviert er seine Facharztausbildung zunächst in der Pathologie (Münster) und der Radiologie (Dortmund), dann auch formal in der Inneren Medizin (München, Münster), ergänzt durch ein Post Doc Fellowship in Immunologie (Minneapolis, MN, USA). Neben der wissenschaftlichen Tätigkeit mit Habilitationin Münster setzte er seine Weiterbildung in Hämatologie und Onkologie (Münster, Göttingen) fort Professor Wörmann war Chefarzt für Innere Medizin mit Schwerpunkt Hämatologie und Onkologie in Städtischen Klinikum Braunschweig.Seit 2010 ist er medizinischer Leiter der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie (DGHO) undseit 2011 ärztlich im ambulanten Gesundheitszentrum am Campus Virchow, Klinik für Hämatologie, Onkologie und Tumorimmunologie tätig. Zudem ist er seit 2015 Vorsitzender der Kommission Nutzenbewertung von Arzneimitteln der Arbeitsgemeinschaft wissenschaftlicher medizinischer Fachgesellschaften (AWMF).

Abstract seines Vortrags:
Titel: „Früherkennung – Ansatzpunkte für ein risikoadaptiertes Screening
In Deutschland sind bevölkerungsbezogene Präventions- und Früherkennungsprogramme für Brust-, Darm-, Gebärmutterhals-, Haut- und Prostatakrebs etabliert und Teil der gesetzlichen Krankenkassenleistungen. Diese Programme könnten bei konsequenter Akzeptanz und Umsetzung tausende krebsbedingter Todesfälle verhindern. Ihre Anwendung ist jedoch suboptimal und wird durch individuelle Verhaltensweisen sowie durch soziale, wirtschaftliche und politische Faktoren beeinflusst.

Die etablierten Programme beruhen fast ausschließlich auf dem Risikofaktor Alter und auf Studien, die vor mehr als 20 Jahren konzipiert wurden. Sie berücksichtigen weder die demographische Entwicklung, individuelle Risiko-Faktoren, Weiterentwicklungen in der bildgebenden und laborchemischen Diagnostik, noch therapeutische Fortschritte mit Einfluss auf die Risiko-Nutzen-Bewertung der Früherkennung. Aus den bisherigen Erfahrungen und auf der Basis neuer Forschungsergebnisse ergeben sich zahlreiche Punkte für eine Optimierung und eine Erweiterung der existierenden Programme. Dazu gehören:

Kenntnis erworbener Risikofaktoren – Beispiel Lungenkrebs

Einer der dominierenden Risikofaktoren für Krebs ist Rauchen. Die Früherkennung mittels Niedrig-Dosis-Computertomographie (CT) des Thorax steigert die Detektionsrate von Lungenkarzinomen. Im National Lung Cancer Screening Trial (NLST) der USA hatte die CT-basierte Früherkennung die krebsspezifische Mortalität und die Gesamtmortalität in einer randomisierten Studie an 53.454 starken Rauchern bzw. Exrauchern im Alter von 55-74 Jahren signifikant gesenkt. Bestätigt wurden diese Daten Ende 2018 durch die Ergebnisse des NELSON-Trials aus den Niederlanden und Belgien. Insbesondere bei Frauen zeigte sich eine deutliche Senkung der Lungenkrebs-spezifischen Mortalität nach 9 Jahren (Hazard Ratio 0,47), aber auch bei Männern war der Unterschied deutlich und statistisch signifikant (Hazard Ratio 0,76). Erste Schritte zur Etablierung einer qualitätsgesicherten Früherkennung von Lungenkrebs, gekoppelt mit einem standardisierten Raucherentwöhnungsprogramm, wurden eingeleitet. Risiken sind die hohe Rate falsch positiver Befunde, Komplikationen invasiver Diagnostik und Überdiagnostik von Karzinomen mit geringer Progredienz. Sinnvoll ist auch eine kritische Analyse vorhandener Daten zur Identifikation weiterer Risikopersonen, wie HIV-positive Raucher oder Langzeitüberlebende eines „Raucherkrebs“ z. B. im Kopf-Hals-Bereich. Zukunftsweisend ist die Kopplung an Verfahren der künstlichen Intelligenz zur Bildanalyse.

Kenntnis erworbener Risikofaktoren – Beispiel Brustkrebs nach Hodgkin Lymphom
Krebs bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen hat eine Heilungsrate von 80%. Diese Patienten haben jedoch ein erhöhtes Risiko für ein Zweitmalignom. Beispiel ist die bis zu 8fach erhöhte Rate von Mammakarzinomen bei Patientinnen mit Hodgkin Lymphom, bei denen in der Jugendzeit eine Bestrahlung des Mediastinums erforderlich war. Hier wurde in Deutschland ein Programm zur Früherkennung von Brustkrebs mittels MRT ab dem 25. Lebensjahr etabliert.

Kenntnis hereditärer Risikofaktoren – über Brust- und Darmkrebs hinaus
BRCA-Positivität erhöht das Prostatakarzinom-Risiko bei Männern, insbesondere in jüngerem Lebensalter. Die multinationale IMPACT-Studie bietet Männern ab dem 40. Lebensjahr ein PSA-basiertes Screening an. Sie nutzt das in den Familien bereits vorhandene Wissen über diese hereditären Risikofaktoren, um auch bei den betroffenen Männern die Krebssterblichkeit zu senken.

Evaluierung neuer Biomarker
In letzter Zeit sind Biomarker im Kontext der Früherkennung in den Mittelpunkt der Forschung gerückt, insbesondere die im Blut zirkulierende Tumorzellen-DNA oder ctDNA. Das Niveau der Analytik ist Deutschland auf einem hohen Niveau. Erste Ergebnisse zum Screening werden von der breiten Öffentlichkeit mit großem Interesse wahrgenommen. Vor Einführung neuer Methoden müssen auch hier Spezifität, Sensitivität, Belastung durch falsch-positive Befunde und Wirtschaftlichkeit in großen Kohorten unter stringenten wissenschaftlichen Bedingungen analysiert werden.

Um die Umsetzung von Früherkennungsprogrammen und Präventionsmaßnahmen gezielter und wirkungsvoller zu gestalten, sollen Forschungsprogramme durchgeführt werden, welche die Identifikation geeigneter Risikogruppen ermöglichen, bei denen eine Sekundärprävention besonders wirksam zu sein verspricht. Diese Forschungsprogramme sollen von geeigneten Schulungsprogrammen und Kommunikationsstrategien flankiert werden. Sie müssen sich auch gezielt an Personengruppen mit bisher geringer Teilnahme an den etablierten Programmen richten.

PROF. DR. SEBASTIAN ZEIßIG, DRESDEN
Prof. Dr. med. Sebastian Zeißig ist als leitender Oberarzt an der Medizinischen Klinik I des Universitätsklinikums Dresden tätig. Er leitet in seiner Funktion als Professor für Molekulare Gastroenterologie eine Forschungsgruppe am DFG-Zentrum für Regenerative Therapie Dresden (CRTD). Der wissenschaftliche Fokus seiner Arbeiten gilt der Rolle der Mikrobiota und von Entzündungsprozessen in der Entstehung von Darmkrebs und chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen. Prof. Zeißig studierte Humanmedizin an der Freien Universität Berlin, gefolgt von einer klinisch-wissenschaftlichen Ausbildung an der Charité Berlin, der Harvard Medical School und dem Universitätsklinikum Schleswig Holstein. Prof. Zeißig ist Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie und seit 2015 am Universitätsklinikum Dresden tätig. Er wurde für seine Forschungsarbeiten unter anderem mit dem Theodor-Frerichs-Preis der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin und dem Thannhauser-Preis der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten ausgezeichnet.

Abstract seines Vortrags:
Die Entstehung von Darmkrebs wurde bislang vor allem auf genetische Prozesse zurückgeführt, in denen durch Mutationen in einem graduellen Prozess Krebs entsteht. Daten der letzten Jahre zeigten jedoch, dass Umweltfaktoren und insbesondere die Darmmikrobiota einen überraschend zentralen Beitrag zur Darmkrebsentwicklung haben. So sind sowohl Darmkrebs als auch seine polypösen Vorstufen gekennzeichnet durch eine Barrierestörung, die zu einem Eindringen von Bakterien in das Gewebe führt und über Entzündung Karzinogenese im Darm fördert. Auch zeigen aktuelle Untersuchungen, dass im Bereich von Darmkrebs eine veränderte Zusammensetzung der Mikrobiota vorgefunden wird, die im Tiermodell aktiv die Krebsentwicklung fördert. Einer der faszinierendsten Aspekte ist die Beobachtung, dass diese Bakterien nicht nur im Darmkrebs sondern auch in dessen Fernmetastasen nachzuweisen sind und möglicherweise somit auch die Metastasierung unterstützen. Diese Beobachtungen sind von potenzieller Bedeutung für die Vorsorge und Früherkennung von Darmkrebs sowie möglicherweise auch für präventive Aspekte.
MARCUS ZIMMERMANN-RITTEREISER, ERLANGEN
Marcus Zimmermann-Rittereiser, VP of eCare Innovation at Siemens Healthineers’ Digital Health Services business. With a diverse background in Digital Health and eCare Innovations, Medical Imaging and Biomedical Engineering, Marcus Zimmermann-Rittereiser gained more than 30 years of experience within Healthcare. He joined Siemens AG, Healthcare Sector in 1987 after finishing his studies and achieving a Diploma in Biomedical Engineering at the University of Applied Science in Giessen, Germany and a master’s degree in Business and Marketing from Freie Universität Berlin. He has held several management positions in Strategy, Business Development, Sales, Outbound Marketing and Communications.

Abstract seines Vortrags:
Der Vortrag gibt einen Überblick über den Status Quo der verschieden Akten, deren Definitionen und jeweilige Ziele und Zweckbestimmungen. Darüber hinaus werden diese in den größeren Kontext von Interoperabilität und Vergleich zu anderen europäischen Ländern gesetzt. Im Besonderen geht der Vortrag auf das Thema „Patientenzentrierte Gesundheitsversorgung“ ein und was aus Sicht der Patienten dazu notwendig ist. Er zeigt ein konkretes Umsetzungsbeispiel aus dem Bereich Lungenkrebs und demonstriert, wie künstliche Intelligenz die Diagnostik und Therapie verbessern kann.